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„Feuer kann schön, warm und gemütlich sein, aber auch gefährlich, zerstörend und verletzend″.
 
Die Kerzen am Weihnachtsbaum sind schön, das Feuer im Kamin ist schön, aber der brennende Weihnachtsbaum ist bedrohlich und die fliegenden Funken sind gefährlich! Das "gute" Feuer nennt man Nutzfeuer und das "schlechte" Schadfeuer.
 
Wie entsteht Feuer?
 
Für Feuer benötigt man einen brennbaren Stoff, Sauerstoff (der ist in der Luft enthalten) und eine Zündtemperatur. Und das alles im richtigen Mengenverhältnis! Wenn diese drei Dinge zusammenkommen, fängt es an zu brennen!
 
Ein Beispiel: Vielleicht hast du schon einmal mit einer Lupe ein Loch in ein Stück Papier (brennbarer Stoff) gebrannt. Dabei bündelst du die Zündtemperatur der Sonne auf dem Papier. Es wird immer heißer und heißer. Ab ca. 185°C erreicht das Papier seine Zündtemperatur. Zusammen mit dem Sauerstoff der Luft beginnt eine chemische Reaktion, der Sauerstoff verbindet sich unter Wärmeabgabe mit dem Papier, es fängt an zu brennen. Du hast dann alle drei Teile im richtigen Mengenverhältnis zusammengebracht - genug Wärme, genug Papier und genug Sauerstoff.
 
Wenn du das ganze bei Nacht versuchst, wirst du keinen Erfolg haben. Denn dann stimmt das Mengenverhältnis nicht mehr, hier fehlt ganz einfach die Wärme der Sonne. Oder versuche es einmal, ein Loch in einen Stein zu brennen. Aber auch dies wird dir nicht gelingen, denn der Stein ist kein brennbarer Stoff. Eine Verbrennung nennt man auch Oxidation, da der Sauerstoff der Luft während der Verbrennung reduziert wird, weniger wird.
 
Das Verbrennungsdreieck

verbrennungsdreieck

Was bedeutet das? 
 
Ganz einfach, wenn du eines dieser Teile wegnimmst, stürzt das Dreieck ein = das Feuer geht aus!
Du kannst das Dreieck aber auch zum Einsturz bringen, indem du zum Beispiel die Zündtemperatur wegnimmst, durch das kühlen mit Wasser. Oder du nimmst dem Feuer den Sauerstoff weg, indem du das Feuer mit Sand oder Schaum bedeckst. Genauso kannst du den brennbaren Stoff wegnehmen - wie beim Feuerzeug. Wenn du hier die Gaszufuhr unterbrichst, geht das Feuer aus.
 
Die brennbaren Stoffe werden noch in 5 sogenannte Brandklassen eingeteilt

Brandklassen Neu

Was machst du, wenn es brennt?
 
Stellt euch vor, ein Kind spielt mit Streichhölzern. Eines der Streichhölzer fällt in den Papierkorb und das Papier fängt an zu brennen, Flammen schlagen heraus und setzen rasend schnell die Vorhänge und Möbel in Brand.
 
Was nun?
Auf keinen Fall sollte sich das Kind aus Angst vor dem Feuer oder davor, von den Eltern ausgeschimpft zu werden, irgendwo verkriechen. Unter das Bett zu krabbeln nützt nichts. Also...
... vom Brandort weglaufen und Hilfe holen!!!
 
Beim weglaufe alle Türen zum Brandherd hinter dir schließen. Damit sperrst du die Flammen und den Rauch ein. Wenn du durch den Rauch musst, weil zum Beispiel die Tür ins Freie am anderen Ende des Raumes liegt, halte dich dicht am Boden. Krieche unter dem Rauch hindurch, der steigt nämlich nach oben, denn der Rauch ist leichte als die Luft. Darum ist unten am Boden die Luft besser und du kannst auch besser sehen. Nun hole die Eltern, oder einen Erwachsenen und rufe um Hilfe. Bist du alleine im Haus? Laufe nach draußen, zu einem Nachbarn, mach die laut bemerkbar, rufe die Feuerwehr.
 
Dein kleiner Bruder ist bei dir? Die Oma ist unten in der Küche? Rufe laut um Hilfe, damit alle im Haus vor der Gefahr gewarnt sind. Nimm deinen kleinen Bruder und deine Oma und laufe nach draußen oder zu den Nachbarn. Rufe die Feuerwehr.
 
Ist dir der Weg nach draußen versperrt? Dann gehe in ein rauchfreies Zimmer, dass du erreichen kannst. Schließe wieder alle Türen hinter dir. Öffne ein Fenster und mache dich laut bemerkbar, rufe um Hilfe.
 
In allen öffentlichen Gebäuden, Büro- und Geschäftsräumen zeigen dir grüne Rettungsschilder den Weg ins Freie. Die neuen Zeichen nach DIN EN ISO 7010 bzw. ASR A1.3 sind fluoreszierend bzw. beleuchtet oder hinterleuchtet engebracht, damit man sie in dunklen und verrauchten Räumen auch gut sehen kann:

Rettungszeichen

Benutze während eines Brandes niemals einen Aufzug, dass Feuer könnte zum Beispiel Kabel und Elektronik beschädigen oder der Aufzugschacht füllt sich mit Rauch. Folge einfach immer den Fluchtschildern. 
 
Was machst du, wenn deine Kleidung Feuer gefangen hat?
 
Versuche nicht in Panik zu geraten, wirf dich auf den Boden und rolle hin und her, solange bis die Flammen aus sind.
 
Was machst du, wenn kein Erwachsener und keine Hilfe in der Nähe sind?
 
Natürlich musst du dich erst einmal vor den Flammen retten und in Sicherheit bringen, vergesse wieder nicht, alle Türen zu schließen, denn wir wollen verhindern, dass sich das Feuer und der gefährliche Rauch nicht weiter ausbreiten. Verlasse das Haus. Und nun? Du musst nun selber die Feuerwehr alarmieren!
Dazu hast du mehrere Möglichkeiten. Fallen dir welche ein?
 
Damit rufe ich die Feuerwehr
Spezielle Notrufeinrichtungen oder Notruftelefone sind mit einem roten Schild, auf dem ein weißer Telefonhörer abgebildet ist, gekennzeichnet.
 

Du kannst natürlich auch über dein eigenes Telefon, dein Handy oder jedes öffentliche Telefon, die Feuerwehr anrufen. Einfach die 112 wählen, der Anruf ist natürlich kostenlos, du brauchst für die öffentlichen Telefonzellen kein Geld oder Telefonkarten. Du wirst dann direkt mit der Rettungsleitstelle deines Kreises oder deiner Stadt verbunden.

Die Feuerwehr kann man auch über einen Feuermelder rufen. Hier muss man nur die Scheibe mit einem festen Gegenstand einschlagen, zum Beispiel mit einem Stein und fest den Knopf drücken. Nun muss man am Feuermelder warten, bis die Feuerwehr eintrifft und ihnen den Weg zum Brandort beschreiben. Jedoch darf man diese Feuermelder nicht aus langeweile nutzen, um nur mal zu sehen, wie schnell die Feuerwehr ist, denn dies kann für den "Spaßvogel" teuer werden. !!Also nur im Ernstfall den Knopf drücken!!
 
 
Nicht nur über die 112, sondern auch über die Notrufnummer der Polizei, der 110, kann die Feuerwehr alarmiert werden. Dies ist möglich, weil zwischen der Polizei und der Rettungsleitstelle der Feuerwehr und des Rettungsdienstes eine direkte Telefonverbindung besteht.
 
Wenn du die Feuerwehr über das Telefon benachrichtigst, sind die folgenden 5 Punkte wichtig. Die 5 W`sTelefon
 
Wer meldet?
Nenne deinen Vornamen und deinen Familiennamen.
 
Was ist passiert?
Beschreibe, was passiert ist (ein Feuer oder ein Unfall) zum Beispiel ..in meinem Zimmer ist ein Feuer ausgebrochen!
 
Wo ist es passiert?
Nenne den Ort, den Straßennamen und die Hausnummer des Brandortes oder des Unfallortes. Bei größeren Gebäuden auch die Etage. Bei einem Autounfall auch die Straßennummer.
 
Wie viele Menschen...
...sind betroffen, verletzt, gefährdet oder eingeklemmt? Nenne nur die Zahl der Verletzten oder Gefährdeten, die du wirklich gesehen hast, keine Vermutungen, nicht untertreiben aber auch nicht übertreiben.
 
Warten
In der Aufregung hast du vielleicht etwas vergessen. Darum ist es besonders wichtig, abzuwarten, ob Feuerwehrleute noch Fragen haben. Also nicht gleich den Hörer auflegen, denn vielleicht bekommst du noch Anweisungen. Warte nun auf die Feuerwehrleute, den Rettungsdienst und weise sie ein.
 
Es ist streng verboten, böswillig einen Feueralarm auszulösen. Falls du nur die Situation falsch eingeschätzt hast, das macht nichts. Wenn du aber einfach so, absichtlich und ohne Grund einen Feuermelder benutzt oder die Feuerwehr alarmierst, ist das sogar strafbar und kostet deine Eltern viel Geld. Warum ist das so? Stell dir vor, jemand schlägt aus Spaß den Feuermelder ein und drückt den Knopf. Dann rückt natürlich die Feuerwehr aus und kommt zum retten, löschen, bergen oder schützen. Gleichzeitig bricht irgendwo ein echtes Feuer aus und die Feuerwehr konnte nicht rechtzeitig da sein, weil sie zuerst zu deinen Fehlalarm gefahren sind (denn sie können ja nicht ahnen, dass jemand nur aus Langeweile den Knopf gedrückt hat). Bei dem richtigen Feuer können sogar Menschenleben in Gefahr sein, die dann nicht mehr rechtzeitig befreit und/oder gerettet werden können. 
 

 

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